Neue Wege zu Migranten

Mainz – Das Adipositas-Netzwerk Saar ist heute (4.) für sein Engagement gegen Übergewicht und Adipositas mit dem Förderpreis des Fonds der Arzneimittelfirmen Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland ausgezeichnet worden. In Mainz nahm die erste Vorsitzende Dr. Angelika Thönnes (Homburg) den mit 4.000 Euro dotierten Preis vom Geschäftsführer des Fonds der Arzneimittelfirmen Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, Gregor Disson, entgegen. Das Netzwerk hatte die Jury mit seinem Projekt „Ernährungskurs für Migrantinnen und ihre Kinder“ überzeugt.

Wie Gregor Disson bei der Verleihung hervorhob, zeige das Projekt beispielhaft einen Weg auf, wie auch schwierig zu erreichende Bevölkerungsgruppen angesprochen und für die Gesundheitsgefahren durch Übergewicht sensibilisiert werden können.

Gerade Kinder, die aus Migrantenfamilien stammen, sind häufiger von Adipositas betroffen als andere Gleichaltrige. 19,5 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund sind übergewichtig, aber nur 14,1 Prozent derjenigen, die deutsche Wurzeln haben, hat das Robert-Koch-Institut ermittelt.

Bei diesem Projekt wird versucht, den Migrantinnen nicht deutsche Vorstellungen überzustülpen, sondern ihrem kulturellen Hintergrund gerecht zu werden. Die Teilnehmerinnen werden darüber aufgeklärt, welcher Nährwert in Getränken oder Snacks steckt und  wie eine ausgewogene Ernährung zusammengesetzt sein sollte. Aber sie werden auch auf den Einfluss des Medienkonsums als Faktor für die Übergewichtsentwicklung hingewiesen.

Mit Hilfe leicht verständlicher Grafiken, durch Infomaterial, Ratespiele – etwa wie viele Zuckerwürfel den unterschiedlichen Getränken zuzuordnen sind – werden grundlegende Kompetenzen für eine gesundheitsförderliche Ernährung vermittelt. Dabei werden die kulturspezifischen Vorlieben für Grundnahrungsmittel berücksichtigt.

Neben der Ernährung spielt auch das Thema Bewegung eine wesentliche Rolle. Durch Fahrradkurse für Migrantinnen wird zum einen die körperliche Aktivität gefördert, zum anderen das Selbstvertrauen der Frauen gestärkt, die mobiler werden und nicht mehr auf die Chauffeurdienste ihrer Männer angewiesen sind.

Um die Migrantinnen noch besser zu erreichen, will das Netzwerk die Ernährungskurse in die Sprachkurse des Internationalen Bundes integrieren. Durch die 15 Kurse, die der Internationale Bund pro Jahr anbietet, könnten rund 150 Frauen erreicht werden.

Das Adipositas-Netzwerk Saar, das seinen Sitz in Homburg hat, widmet sich seit 2005 landesweit der Aufklärung über Fehlernährung und Übergewicht. Es unterstützt den Aufbau ambulanter Adipositas-Schulungen, fördert die Integration übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in Sportvereine. Das Netzwerk arbeitet mit zahlreichen Institutionen zusammen, wie den Gesundheitsämtern, dem Landesamt für präventives Handeln, der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheitsförderung Saar, der Plattform Ernährung und Bewegung, aber auch länderübergreifend mit dem Adipositas-Netzwerk Rheinland-Pfalz.

Über den Förderpreis

Der Förderpreis des Fonds der Arzneimittelfirmen Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland wird seit 1999 jährlich für Projekte auf dem Gebiet Gesundheit, Soziales, Kultur und Wissenschaft vergeben. Er soll zu ehrenamtlichem Engagement für die Gesellschaft ermutigen. Bei der Ausschreibung des diesjährigen Preises kooperierte der Fonds mit dem Adipositas-Netzwerk Rheinland-Pfalz sowie der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz.

Kontakt zum Adipositas-Netzwerk:

Das Adipositas-Netzwerk Saar e.V.
Dr. med. Angelika Thönnes
c/o CJD Homburg /Saar eGmgH
Einöder Straße 80
66424 Homburg
Telefon: 06841-691318
E-Mail: info@adipositas-saarland.de
www.adipositas-saarland.de

Für Rückfragen:

Fonds der Arzneimittelfirmen Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland
Sula Lockl
Telefon: 069-2556-1430
Mobil: 0151-62836085
E-Mail: lockl@arzneimittelfonds.de
www.arzneimittelfonds.de

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